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Stricken ist meine Therapie

Und schon ist es Juni geworden. Am Wochenende haben wir den 3. Geburtstag unseres Sohnes gefeiert – weil es sich so ergab, gleich an zwei Nachmittagen mit lieben Freunden und vielen Kindern, mit Sonnenschein, Regen, leckerem Kuchen, Wasserbomben und wunderschönen Stunden. Es kommt mir wie eine wunderbare Belohnung für unser Durchhalten in einem sehr angespannten Mai vor. Und es gibt Kraft für alles Anstehende im Juni, dass uns als Familie wieder sehr fordern wird. Aber am Ende zählt nur die Hoffnung, dass mein Mann wieder ganz ganz gesund werden wird.

Schon Anfang des Jahres zeigte ich meine aktuellen Strickprojekte und schrieb davon, wie sehr es mir hilft, meinen Händen etwas zu tun zu geben. Dieser heilsame Effekt hat in den vergangenen Monaten nicht nachgelassen. Viel mehr merke ich, wie sehr ich diese Momente des Aussteigens gerade brauche – auch wenn es nur für drei Reihen kurz vor dem Abendessen ist. Mein Strickzeug gibt mir die Möglichkeit, für ein paar Minuten durchzuatmen, Pause zu machen, mich einen Moment in mich zu kehren, gleichzeitig abzulenken und nur sehr wenig zu denken. Das ist so erholsam, dass ich einen meiner Strickbeutel gerade immer mitnehme, wohin ich auch gehe: meistens ein Paar Socken, die auf ihren Nadeln in jedes Gepäck passen.

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Die quietschebunten Socken aus einem Garn von Rohrspatz & Wollmeise sind nach dem Muster der „Hermione’s Everyday Socks“ von Erica Lueder gestrickt. Dieses schöne, aber ganz einfache Muster hatte ich bereits zuvor ausprobiert, doch noch ohne Käppchenferse. Diese probierte ich zum ersten Mal bei den knallbunten Socken aus und finde sie eine schöne Alternative zur Bumerangferse, die ich mittlerweile aus dem Kopf stricken kann. Das Stricken mit dem knallerfarbenen Garn hat großen Spaß gemacht. Da die Farbintensität der fertigen Strümpfe nicht ganz zu mir passt, werde ich sie als „gute Laune-Socken“ an meine Mama verschenken.

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Das Stricken von Socken ist für mich gerade nicht nur eine tolle Möglichkeit, für ein paar Runden von Machen abzuschalten, es bietet mir auch die Chance, neue Technicken auszuprobieren. Bei meinem aktuellen Paar habe ich zum ersten Mal zwei Socken gleichzeitig auf einer Rundnadel, die ich wiederum zum ersten Mal als „Toe-Up-Socks“ von der Zehenspitze aus angefangen habe zu stricken. Sehr gute Anleitungen in Bild und Video habe ich dazu im Internet gefunden. Nach dem Aufnehmen der Maschen – was viel einfacher war, als ich gedacht hatte – stricken sich die Socken ganz entspannt und ohne viel Nachdenken, selbst mit dem Händeln zweier Wollknäuel. Mittlerweile habe ich die Fersen der Socken gestrickt und arbeite nun am Schaft, bis die Wolle aufgebraucht ist und ich Kniestrümpfe habe.

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Die selbe Technik, mit der ich zeitgleich zwei Socken auf einer Nadel stricke, werde ich auch nutzen, um die Ärmel meiner neuen Strickjacke zu fertigen. Für den Cardigan „Sibella“ von Carrie Bostick Hoge habe ich das Garn von Quince & Co. aufgewickelt und angestrickt, dass ich letztes Weihnachten unterm Baum gefunden habe. Körper und Ärmel der Jacke werden werden nach einem gerippten Bündchen zunächst glatt rechts gestrickt, bis dann alle Teile durch ein Passe mit wellenartigem Lace-Muster zusammengesetzt werden. Der erste Teil des Strickens ist also sehr meditativ und simpel, lediglich von ein paar wenigen Ab- und Zunahmen unterbrochen. Auf das Lace-Muster freue ich mich schon sehr, und um nicht zwischen zwei Ärmel „den Faden zu verlieren“, kommt mir die neue Technik, zwei zur gleichen Zeit zu stricken, gerade recht! Am Körperteil der Jacke, fehlen lediglich noch ein paar Reihe mit Abnahmen für die Armausschnitte, welche gleichzeitig die Vorderteile vom Rücken trennen … dann kann ich schon die Ärmel aufnehmen. Das Strickmuster des Cardigans ruft für mich förmlich nach Wellen, Wind, Strand und Meer. Und so ist die Jacke ein schönes Sommerprojekt, das hoffentlich in diesem Jahr selbst noch einmal den Weg ans Wasser – egal ob See oder Meer … oder doch ein bisschen lieber Meer – findet.

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Ein zweites großes Srickprojekt begleitet mich seit unserem letzten Kurzurlaub im Frühling in Werder bei Potsdam. Abend für Abend habe ich in unserer Ferienwohnung Reihen des Tuches „Boho Blush“ von Andrea Mowry gestrickt und dabei zum ersten Mal „Brioche-Muster“ ausprobiert. Meine Mama sagte dazu früher immer „patent stricken“, doch leider konnte sie sich nicht mehr erinnern, wie es geht. Auch hier habe ich zahlreiche tolle Anleitungen im Internet gefunden, die schnell zeigen, dass brioche sehr einfach zu arbeiten ist und gleichzeitig sehr spannende Effekte erzeugt. Ich möchte mir unbedingt bald eine Mütze mit dem voluminösen Brioche-Muster stricken. Bis dahin arbeite ich mich noch durch mein Tuch und bin bei den letzten Zentimetern angelangt. Doch diese ziehen sich, denn eine Reihe hat mittlerweile über 400 Maschen. Kraus rechts gestrickte Reihen wechseln sich mit dem dicken Rippenmuster des Brioche und einem wiederkehrendem Lace-Muster ab – ein sehr schönes, entspannenden Strickprojekt, das nicht langweilig wird. Als Garn verwende ich „Puna“ von Drops und bin ganz begeistert von dem Alpaka-Garn in altrosa.

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Schon vor einer Weile habe ich die Mütze „Kobuk“ von Caitlin Hunter aufgenommen und mittlerweile bis über das spitz zulaufende Rippenmuster mit verschränkt gestrickten rechten Maschen – eine weitere neue Technik für mich mit großem Aha-Effekt – gearbeitet. Seit ein paar Wochen macht das Projekt allerdings Sommerpause, obwohl sich das Garn „Birds Nest“ von der Berliner Faber- und Strickerin hinter „Homespun House“ ganz wunderbar strickt.

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Neben dem Nähen von Kleidungsstücken, mit dem ich nach wie vor sehr gern und viel beschäftige, fühle ich mich gerade sehr wohl mit langsam wachsenden Projekten, die mich sehr entschleunigen. Neben dem Stricken ist das auch das Arbeiten an unserem Familienquilt – meiner ersten großen Quiltdecke. Über „Craftsy“ bin ich vor einiger Zeit auf die Reihe „Midnight Quilt-Show“ mit Angela Walters gestoßen, die einen Laden namens „QUILTING is my THERAPIE“ betreibt. An den wunderschönen Stoffen und Mustern kann ich mich gar nicht satt sehen und ich bin sehr motiviert, unsere Familiendecke vor Ende des Jahres abzuschließen. Und dann eine Weitere für unseren Sohn ausprobieren … vielleicht zum 4. Geburtstag?

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Was ist eure Alltags-Therapie? Bis bald mit vielen Grüßen, K*

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Ein Kommentar zu „Stricken ist meine Therapie

  1. Entschleunigen ist bestimmt ein guter Grund für’s Stricken! Ich entspanne mich beim lesen oder Nähen. Oder das Übliche: Zeit mit Liebsten, Familie und Freunden verbringen. DIe holen mich immer ab, auch wenn mein Kopf gerade ganz woanders ist… Tolle kunterbunte Socken übrigens!

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