auf den Nadeln · Brot und Butter SewAlong · Schneiderei · Strickerei

Brot und Butter – meine Pläne für den Winter

Bei siebenhundertsachen zeigen KleidermacherInnen heute ihre Pläne für Nähprojekte, die zu Brot und Butter des Kleiderschrankes werden können. „Brot und Butter“ – das bedeutet Kleidungsstücke, die dem ganz persönlichen Stil entsprechen und die TrägerIn Tag ein Tag aus durch den normalen, besonderen und manchmal wahnsinnigen Alltag begleiten und dabei allen Anforderungen Stand halten können.

Für meine geplanten Projekte möchte ich vorrangig auf Schnitte und Stoffe zurück greifen, die ich bereits zu Hause in meinem Lager habe. Nachdem ich meine Vorräte genau angeschaut habe, beschlich mich das Gefühl, dass ich eigentlich für das gesamte Jahr ausgesorgt habe …  aber Stoffe sammeln und so viele Jahre aufbewahren, bis das passende Projekt in Sicht ist, gehört zum Nähen ja auch dazu.

Begonnen habe ich mit diesem Stück:

Ein Tellerrock aus dunkelgrünem Twill, den ich bei nahezu jedem Wind und Wetter tragen kann. Ich halte ihn bewusst ganz schlicht, um ihn ganz unterschiedlich kombinieren zu können. Zu tun habe ich noch Handnäharbeiten am überlappenden Reisverschluss und am Bund, da ich bei diesem Rock auf sichtbare Steppnähte verzichten möchte. Den Saum will ich mit Hilfe eines Webbandes verstürzen, das ich dann ebenfalls unsichtbar per Hand auf der Innenseite annähe.

Gut kombinierbare schlichte Röcke sind ein wichtiger Teil meines Kleiderschrankes. Motiviert vom gemeinsamen Nähen habe ich in den vergangenen Wochen drei Röcke repariert, die nun wieder zum Einsatz kommen können. Darunter ist auch ein Rock, den ich schweren Herzens beinahe schon aussortiert hätte:

Bei diesen schlichten A-Linienrock nach einem 70er-Jahre-Schnitt mit Bund in der Taille habe ich mir beim Fahrradfahren eine der Pattentaschen am Lenker aufgerissen. Der dünne Wollstoff macht es mir sehr schwer, die kaputte Stelle unauffällig zu reparieren. Nachdem ich einige Wochen mit mir gerungen habe, ihn auszusortieren, versuche ich es nun noch einmal mit Knöpfen, die so an beiden Taschen platziert sind, dass sie die geflickten Stellen überdecken. Ich bin gespannt, ob sich diese Lösung im Alltag bewährt. Da der Rock sehr dünn ist, wird er erst ab dem Frühling wieder zum Einsatz kommen.

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In meinem Kleiderschrank habe ich zwei Bleistiftröcke. Ich trage sie sehr gern, aber leider auch sehr selten, da sie zum Fahrradfahren nicht geeignet sind. Von dem Schnitt „Beignet“ von Colette Patterns erhoffe ich mir einen Rock, der eine schmale Silhouette mit hohem Sitz hat und dennoch weit genug ist, um damit Fahrrad fahren zu können. Den festen schwarzen Stoff mit samtiger Oberfläche und das Schnittmuster habe ich schon lang zu Hause und die Bilder von fertig genähten Röcken nach diesem Schnitt finde ich immer wieder sehr schön. Doch irgendwie habe ich das Projekt auch immer wieder aufgeschoben. Jetzt will ich den Rock endlich nähen.


Ein schlichter 3/4-Tellerrock aus marinefarbenem Scuba mit geprägtem Blumenmuster (links) soll ebenso wie ein genähter Ringel-Cadigan (rechts) zu meinen zukünftigen Alltagsstücken gehören. Der „Fitted Cardigan“ aus „Gertie Sews Vintage Casual“ von Gretchen Hirsch basiert auf dem Schnitt des „Pin Up Sweaters“. Diesen habe ich mir schon zwei mal genäht und beide Pullover trage ich sehr gern und oft. Mit dem erprobten Schnitt kann ich mich daher gut auf das Streifenmuster konzentrieren.

Drei zukünftige Brot und Butter-Kleider habe ich noch auf meiner Nähliste für die kommenden Wochen.
links: Ein braunes Kleid nach einem mehrfach erprobten Vintage-Vogue-Schnitt (Version A). Das Oberteil möchte ich diesmal so körpernah anpassen, dass ich einen schmalen Pullover darüber ziehen kann und so zusätzlich einen schlichten braunen Rock zum Kombinieren habe.
mitte: Aus dunkelgrüner Wolle ein bewährter Burda-Kleiderschnitt, den ich wieder in zwei separate Teile – Bustier und Rock – teilen möchte, um sie einzeln in Kombination mit anderen Stücken oder gemeinsam verbunden durch Knöpfe tragen zu können. Ein solches Kleid habe ich bereits in meinem Kleiderschrank, doch nach vielem vielem Tragen wird der Wollstoff an belasteten Stellen dünn, so dass ich für Ersatz sorgen möchte. Nachdem ich heute „Cousu Main“, die französische Variante der Serie „Great British Sewing Bee“, gesehen habe, bin ich sehr motiviert das Projekt sehr bald anzufangen und diesmal einen Faltenrock zu nähen.
rechts: Nach dem Schnitt „Eden“ aus der „La Maison Victor“ vom Nov/Dez 2015 möchte ich mir aus rotem Courtelle Jersey ein gemütliches Kleid zum Reinschlüpfen nähen, das gleichzeitig mit der Betonung der Taille, dem engen Oberteil und dem weiten Rock meine Vorliebe für den Stil der 50er Jahre zeigt.

Darüber hinaus möchte ich begonnene Näh- und Stickprojekte beenden, die ich im Rahmen von Muriels SewAlong vorgestellt habe und die großes Potential haben, ständige Begleiter in meinem Alltag zu werden. Darunter diese Strickjacke, der nur noch ein zweiter Ärmel und die Knöpfe fehlen.

Im Laufe des Jahres hoffe ich noch eine weitere dunkelrote Strickjacke, einen schmalen braunen Zopfpullover und zwei bis drei große Tücher zu stricken.

Soweit zu meine aktuellen Pläne. Ich bin gespannt, wie weit ich in den kommenden Winterwochen komme und werde im Frühjahr weitere Brot und Butter-Pläne für den Sommer schmieden. Bis dahin freue ich mich auf die Inspirationen und den Ansporn der anderen KleidermacherInnen, die sich bei siebenhundersachen treffen. 

Liebe Grüße,
K*

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8 Kommentare zu „Brot und Butter – meine Pläne für den Winter

  1. Was für eine schöne Projektliste! Von dem Rock „Beignet” habe ich auch schon ganz viele Versionen gesehen, die mir gut gefallen. Und fahrradtaglich sollte ein Rock meiner Meinung nach auch gerne sein. Ich bin gespannt, was du berichtest. Die Strickjacke wird toll – und ist ja schon so gut wie fertig!
    Super, dass du auch gleich ein bisschen was reparieren konntest – wie sehr man so etwas immer vor sich herschiebt, oder?

    Schöne Grüße
    Christiane

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    1. Danke! Und ja, das mit dem Aufschieben der Reparaturen stimmt! Und dabei sind sie dann doch schneller erledigt, als befürchtet. Aber immerhin repariere ich jetzt mehr als früher, als ich noch ausschließlich gekauften Sachen getragen habe. Die Wertschätzung meiner Kleidung hat sich mit dem Nähen wirklich geändert … Liebe Grüße, K*

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  2. Oh wow, das sind ja tolle Projekte die du dir vorgenommen hast. Vor allem auf den Tellerrock aus Scuba und den Ringelcardigan bin ich sehr gespannt! Und das Vintage-Vogue-Kleid ist ja ein traumhafter Schnitt! Einen sehr schönen Stil hast du da, gefällt mir total gut!

    Liebe Grüße,
    Nic

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